Ach!


n-tv.de, 22.August 2011: „Wie bei der Lehman-Pleite – Banken misstrauen sich“

Ach!

Gerne, gerne würde ich es ja glauben! n-tv.de nimmt sich heute, am 22. August des Jahres 2011 nach des Erlösers Geburt unserer geschundenen Seelen an, indem es sich der europäischen Banken annimmt. Denn, schon wieder ach! – sie jagen uns Angst ein, die Banken, erschüttern unser Gottvertrauen ein ums andere Mal, stürzen mittlerweile nicht einen, sondern mehrere Kontinente, die ganze Welt gar, in Verzweiflung, drängen sie, und mit ihnen uns, uns Wehrlose, Unbescholtene an den Abgrund. Und das nicht zum ersten Mal, nein. Nicht einmal fünf Jahre ist es her, da taten sie es schon einmal, und weil so viele, ganze Staaten, weltweit so hart in den Abgrund stürzten (und viele, vielleicht die meisten, sich bis heute nicht wieder ganz aus diesem Abgrund herauf gearbeitet und -gequält haben, gequält mit Verzicht, mit Verlust, mit Opfern!), dürfe dies, so schworen unsere politischen Führer rund um den Globus, nie, niemals wieder geschehen. Um dies sicher zu stellen, sollten die Verursacher der globalen finanziellen Katastrophe, die zügellos gierig agierenden Banken, hart rangenommen werden. Es sollte ihnen verboten und unmöglich gemacht werden, uns – und ihnen selbst – jemals wieder Ähnliches anzutun. Denn auch die Banken waren in den Abgrund gestürzt und trauten einander nicht mehr über den Weg, was die Krise nur noch verschlimmerte. Ja: einander. Die eine traute der anderen nicht mehr. Und heute? Heute tut sich derselbe Abgrund wieder auf. Heute erweisen sich die Schwüre unserer Anführer als leeres Gerede unter Schock stehender Amateure.    Heute, so salbt uns aber n-tv.de unsere wunden Seelen, heute trauen die Banken nicht einmal mehr SICH SELBST. Dazu hätten sie ja nun wirklich alle Gründe dieser Welt, möchte man ausrufen, jetzt, wo derselbe Karren schon wieder in denselben Dreck gefahren ist, und wir, schon wieder, mit drin. Und vielleicht ergreifen sie nun, wo ihnen auch der letzte Rest von Vertrauen, das in sich selbst, abhandengekommen ist, endlich, endlich die notwendigen Maßnahmen, denn unsere Anführer scheißen sich ja weiterhin aus Angst vor den Banken in die Hosen!

Aber ach! Vielleicht, nein, bestimmt ist es eben nicht so. „Der Nachrichtensender“ hat einfach mal wieder geschlampt bei der Formulierung einer Überschrift. Die Erde ist doch nicht stehen geblieben. Alles ist wie immer. Die Banken dieser Welt, müssen wir einsehen, mögen vielleicht einander misstrauen, aber sie werden nie, niemals aufhören, sich selbst über den Weg zu trauen.

Bis zum nächsten unschönen Anlass, Ihr M. Wäser

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