Tötung an meiner guten Laune


BerlinerZeitung.de, 17. April 2012

„Berlin
Der Angeklagte hat vor dem Landgericht Berlin die Tötung an seinem Kollegen eingeräumt.“

Als ich heute Morgen erwachte, habe ich als Erstes die Öffnung an meinen Augen vollzogen. Wie immer war dies ein sehr schwieriges Unterfangen, ungeheuer kompliziert und sehr schwer zu beschreiben. Der Erlangung an meinem Bewusstsein, welches aus dem Schlaf – in den Wachzustand versetzt werden musste, folgte die initiale Denkung an den Tagesbeginn, die unter Verdrängung noch vorhandener Reste an Traummaterial erfolgreich zur Ausführung gebracht werden konnte. Zu den Inhalten, unter deren Zuhilfenehmung ich am Wachzustand Fuß zu fassen vermochte, gehörte die Handhabung an meiner Kaffeemaschine, welche ich zur Zubereitung an einer schmackhaften Tasse Kaffee mich entschloss und bildlich vorzustellen in Angriff nahm.  Die sich einstellende olfaktorische Vorstellung an der Brühung frischen Kaffees ermöglichte die Öffnung an meinem linken Augenlid, welches mir die Bereitstellung an weiteren optischen Ressourcen unter Zuhilfenehmung an meinem rechten Auge als vorteilhaft signalisierte. Daraufhin richtete ich meine Konzentration auf die Umwendung an meinem Kopf, der sich noch in einer für die Aufklappung an meinem rechten Auge unvorteilhaften Position auf dem Kopfkissen befand. Ich erreichte eine zwar nur teilweise, aber ausreichende Umwendung an meinem Kopf gefolgt allerdings von der gänzlichen Drehung an meinem Körper, womit ein großer Schritt in Richtung auf die vollständige Aufmachung an meinen beiden Augen erreicht worden war. Dies erreichte ich kurze Zeit später und konnte, indem ich die Erblickung an meinem Fenster erreichte, erkennen, dass die Morgendämmerung an dem Himmel bereits vollzogen war. Dies trug zu einer Aufheiterung an meinem Gemüt bei, welche sich unter Zuhilfenehmung der im Vorangegangenen an die Erwähnung gebrachten Tasse Kaffee so lange fortsetzen, ja steigern konnte, bis ich in der BerlinerZeitung.de an einer Lesung des oben zitierten Artikels wieder den ganzen Tag an einer vollständigen Versauung verlieren zu müssen fürchtete. Zur zumindest teilweisen Rettung an meinem Zustand entschloss ich mich, die Schreibung an diesem Beitrag vorzunehmen, was erfreulicherweise die erhoffte Wirkung an dem Tagesausblick erwirkte.

Bis zum nächsten unschönen Anlass, Ihr M. Wäser

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Ein Gedanke zu “Tötung an meiner guten Laune

  1. Leovinus 17. April 2012 / 14:09

    Geschätzter Kollege Wäser,
    dies war das erste Mal, dass ich die Lesung eines Ihrer Artikel nicht konsequent zur Durchführung brachte, es war einfach zu anstrengend. So brach ich die Lektüre nach den ersten fünf Sätzen ab, übersprang den Mittelteil und erfreute mich dann immerhin noch an dem schönen Wort „Versauung“.
    Herzlichen Dank!
    Leovinus
    (PS: Das Siezen musste an dieser Stelle irgendwie sein.)

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