Rätselhafte Bilder aus der Vergangenheit

lichtEs ist soweit: Mein neuer Roman ist erschienen. Es hat ein Weilchen gedauert, aber mit dem Verlag Axel Dielmann aus Frankfurt und seinem engagierten Verleger kamen am Ende die Richtigen zusammen: Autor, Manuskript, Verlag – Roman.

Worum geht es in „In uns ist Licht“?

Es geht um ein geheimes Liebespaar im 19. Jahrhundert, einen Mord und um drei Menschen der Gegenwart, die seine Spuren verfolgen und sich ungeahnten Herausforderungen stellen müssen. Es geht um Paris und Berlin. Es geht um Bilder aus Porzellan. Es geht um das Verlangen nach Würde und Freiheit und um seine Unterdrückung. Es geht um Liebende, Künstler und Neugierige, um Aufklärung und Ernüchterung.

Der Verlag schreibt dazu:
„Die Wucht des Verliebtseins, die Härten der Heimatlosigkeit, die Macht von Freundschaften und Empathie sind Michael Wäsers große Themen – er berührt mit seinem Erzählen, weil er die Gefährdung all dessen ständig ergreifend mit erzählt.“

Der Roman ist als wunderschöne, fadengeheftete Hardcover-Ausgabe von 280 Seiten mit Lesebändchen überall im Buchhandel erhältlich (Mein Tipp: unterstützen Sie Ihre lokale Buchhandlung oder bestellen Sie autorenfreundlich online hier , Preis: 20 Euro.

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Die Schlacht am Prenzlauer Berg – Epos in fünf Gesängen


Erster Gesang
Phaeton, der ewige Läufer, der Erde entstieg in den Nebeln des
Frühlings, zog strahlend und singend wohl über der Ebene weit seine
Bahn. Von den östlichen Auen der Lychener Straße hinauf zu dem
Schimmernden Rund welches Heimat athletischer Kämpfer im Lichte der
Masten voll Sonne, das Sechsganggetriebe, es drängt ohne Fehl.
Hat auch des Kofferraums endlose Weite die Kindergeburtstags-
Ausrüstung verschlungen wie einst Polyphem des Odysseus Gefährten,
Als wöge sie nichts und als wollte die Mutter nicht auch noch den Grill und den
Jammernden Hund und die leuchtenden, fliegenden Scheiben, die hellblauen
Kästen vogesischen Wassers und tropischer Säfte von fremden
Gestaden und vielerlei Wahl Bionade in wiederverwertbaren
Flaschen mit öligen Händen von Schutzfaktor fünfzig aus örtlichem
Handel verstauen, trägt schwer doch der Wagen an Waffen und Mensch.
Zum nördlichen Rand des zerschundenen Feldes hin eilt der Koloss mit den
Jungen, den Mädchen, der Frau, die sich rüstet, dem Hund und dem Federball-
Netz, zu spießen die Stangen tief in die Erde, auf dass nicht der
Wind es vernichte, Äolos‘ mächtige Hand es zerreiße wie
Flüchtige Watte. So stehn an der Pforte zum Platze die Truppen,
Vereinigt mit hundert aus allradgetriebenen Panzern gestiegenen
Kriegern des Prenzlauer Berges, geführt von Männern und Frauen,
Beladen und fordern heraus schon die Gegner bevor sie gesammelt sich
Hinter dem Kessel, des Mauerparks mythischem Rund, das zu nehmen sie
Alle zu kämpfen und sterben bereit sind, Heroen ein jeder!

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Tötung an meiner guten Laune


BerlinerZeitung.de, 17. April 2012

„Berlin
Der Angeklagte hat vor dem Landgericht Berlin die Tötung an seinem Kollegen eingeräumt.“

Als ich heute Morgen erwachte, habe ich als Erstes die Öffnung an meinen Augen vollzogen. Wie immer war dies ein sehr schwieriges Unterfangen, ungeheuer kompliziert und sehr schwer zu beschreiben. Der Erlangung an meinem Bewusstsein, welches aus dem Schlaf – in den Wachzustand versetzt werden musste, folgte die initiale Denkung an den Tagesbeginn, die unter Verdrängung noch vorhandener Reste an Traummaterial erfolgreich zur Ausführung gebracht werden konnte. Zu den Inhalten, unter deren Zuhilfenehmung ich am Wachzustand Fuß zu fassen vermochte, gehörte die Handhabung an meiner Kaffeemaschine, welche ich zur Zubereitung an einer schmackhaften Tasse Kaffee mich entschloss und bildlich vorzustellen in Angriff nahm.  Weiterlesen

Limousinen aus Berlin


Liebör Arald,

Vielleicht du ast disch gefragt warum isch disch sitzen gelassen mit deine blöde bière. Alors, isch abe gefunden was besseres, tout simplement. Jemand wie du kann sisch das nischt vorstellen, aber ein schöne Frau immer nur mit dem gleische Bier zu langweilen ist – langweilisch. So isch abe neuer Freunde gefundön. Isch arbaite jetzt bei die Berliner Zeitung, rate mal, wo! A Berlin! Isch schreibe des articles über das Tecnique zum Beispiel. Du ast doch dein doof Auto immer sooo geliebt, und dabei war das nur ein langweilige Passat! Genauso langweilig wie du, mon ami.  Weiterlesen

Hallo, Vulkano-Terrorist_innen!


Also, diese Kabelbrandaktion nördlich von Berlin gestern seht Ihr ja als Erfolg. Hat geklappt. Bahnstrecke lahmgelegt, ein paar Tausend Leute springen wie Rumpelstilzchen im Dreieck, weil irgendwelche Arschlöcher Lust hatten, sie daran zu hindern, zu tun, was sie tun wollten/mussten/durften und das auch geschafft haben. War auch bestimmt eine aufregende Sache für Euch. Man riskiert ja einiges. Unter anderem, dass wegen so ’ner Aktion Leute draufgehen. Da braucht man gute Nerven. Und weil Ihr das natürlich nicht zum Spaß durchgezogen habt, musste natürlich eine öffentliche Erklärung folgen. Eine Erklärung, warum Ihr das echt unbedingt habt durchziehen müssen. Und die habt Ihr dann auch veröffentlicht, und ich hab sie gelesen. Leider – ich weiß, das werdet Ihr nicht so gut finden, aber Ihr schreibt ja selbst, dass Ihr keine Zustimmung „erheischen“ wollt – ist es nun so: besser, Ihr hättet diese Erklärung für Euch behalten.    Weiterlesen