Down In The Hole

DSCF9423Es war noch dunkle Nacht und meine Augen brannten, als ich mich vorsichtig aus meinem Bett rollte. Das trübe glimmende Nachtlicht im Flur zeigte mir grob die Richtung an. Das reichte für meine Zwecke vollkommen. Ein paar Schritte nur. Keine zu große Anstrengung, keine übertriebene Bewegung jetzt. Meine Blase war zum Platzen voll, und da konnte jedes ungeschickte Drehen oder Beugen ein Unglück bedeuten. Entsprechend vorsichtig ließ ich mich auf die Kloschüssel nieder. Die offene Badezimmertür ließ genug von dem Nachtlicht rein, dass ich mich auch hier orientieren konnte. Ich schloss meine Augen, das Brennen ließ nach. In meinem Kopf kreiselte ein amerikanischer Blues aus dem Traum, aus dem ich gerade aufgewacht war. Way down in the hole. Musste ein seltsamer Traum gewesen sein, aber alles, was jetzt noch davon übrig war, war dieser Klagegesang eines alten, schwarzen Mannes. Irgendwie passend, dachte ich. Früher, als ich noch als junger Mann durchging, hatte meine Blase nachts problemlos durchgehalten. So ändern sich die Zeiten.
„Ich habe das gesehen!“
Die schnarrende, unangenehm helle Stimme ließ mich zusammenzucken. Fast hätte ich die Kontrolle über den entspannenden Strahl verloren. Ich öffnete die Augen. Auch wenn ich wieder und wieder blinzeln musste und noch immer nur die funzelige LED in einigen Metern Entfernung glimmte, erkannte ich ihn gleich, seine verräterische schwarze Silhouette hob sich vom gelblichen Schein im Flur deutlich ab. Der Teufel.
„Du schon wieder“, brummte ich.
„Lenk nicht ab. Ich habe es gesehen!“
Ich seufzte. „Was gesehen?“
„Na was wohl? Deine Erektion!“ Weiterlesen

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