1941 – Ein verzweifelter Clown von einem Film

Übermorgen startet Steven Spielbergs Neuverfilmung von „West Side Story“ in den Kinos. Wer sich darüber wundert, dass Spielberg einen Tanzfilm macht, hat „1941“ noch nicht gesehen. Darin gibt es eine der großartigsten Tanz-Massenszenen überhaupt. Doch der Film hat eine noch viel größere Bedeutung.

Heute jährt sich der japanische Angriff auf die US-Marinebasis Pearl Harbour, und zufällig gehen mir seit Tagen einige Gedanken zu Steven Spielberg durch den Kopf, der einen (vielleicht DEN) Pearl-Harbour-Film gemacht hat. Nur wenige allerdings kennen diesen Film, denn er gehört zu Spielbergs wenigen Flops, gilt gar als wirtschaftliches Desaster. Das hat Gründe, die sicher nicht in der erzählerischen und technischen Ebene oder gar beim Schauwert liegen, denn bei den beiden ersten liegt er vollkommen auf dem Niveau früherer und auch späterer Spielberg-Filme und beim dritten übertrifft er eigentlich alles, was bis dahin auf einer Kinoleinwand zu sehen gewesen war: Er ist atemberaubend spektakulär. Warum ist er dermaßen baden gegangen?

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Ein Buch über Alice Miller – von ihrem Sohn

In diesem Sommer erschien ein wichtiges Buch, das für heftige Diskussionen sorgte: das Buch des schweizer Psychotherapeuten Martin Miller über seine Mutter, die Kindheitsforscherin Alice Miller, ihre Kindheit und seine Kindheit und Beziehung mit seiner Mutter und seinem Vater, Überlebende des Holocaust. Ich kannte Alice Miller, habe einige Jahre mit ihr zusammen in Internetforen gearbeitet, telefoniert, geschrieben, bin ihr aber nie persönlich begegnet. Mit ihrem Werk habe ich mich sehr intensiv auseinandergesetzt, was der Grund für unsere Zusammenarbeit war. Sie starb 2010. Warum ich das Buch ihres Sohnes so wichtig finde, erkläre ich in dieser Besprechung:

„Das wahre Drama des begabten Kindes“ von Martin Miller Weiterlesen