Ein Mörder Roman

Mein neuer Roman ist erschienen. „Das Wunder von Runxendorf“ spielt in einem saarländischen Dorf während der Fußball-WM 1974. Erzähler der Geschichte ist ein Mörder.

„Es ist eine wahre Geschichte. So wie ich sie erzähle, genau so ist sie gewesen. Bereit? Na, dann fang ich mal an.“

Aufgewachsen bin ich im Saarland der sechziger, siebziger und achtziger Jahre. Darüber, was das Leben im katholisch-dörflichen Umfeld jener Zeit bedeuten konnte, hatte ich bisher nur schlaglichtartig in wenigen Kurzgeschichten geschrieben. Ich wollte aber auch einmal mit weiterem Blick bestimmte Zusammenhänge darstellen. Dafür fehlte eine größere Erzählung, ein „Plot“, der zuspitzt, aber beispielhaft stehen kann. Also tat ich, was Geschichtenerzähler eben tun: Ich erfand einen.

Ich habe einen Lieblingssatz in diesem Roman. Zitieren werde ich ihn hier nicht, denn er ist anstößig – beleidigend, herabwürdigend, verletzend. Das trifft zwar auf sehr viele Sätze in dem Buch zu, doch dieser spezielle bringt gleich mehrere Aspekte des beschriebenen Dorflebens auf den Punkt. Der Erzähler der Handlung – und nicht nur er – redet überwiegend auf eine Weise, die wir heute zurecht als als inakzeptabel empfinden. Vieles verschweigt, verharmlost oder codiert er trotzdem – ein Merkmal dieser Sprache und ein Grund, warum ich das Risiko eingegangen bin, quasi den kompletten Roman in dieser „Umgangssprache“ zu verfassen. Er erzählt außerdem eine extrem anstößige Geschichte voller Gewalt. Und beides – Sprache und Geschichte – zeigen Seiten des Lebens in den 70ern, die viele noch kennen, aber heute allzugern ausblenden. Eine Situation im Buch „mag“ ich aus ähnlichen Gründen besonders. Sie hat mit einem Blumenstrauß zu tun und verrät ebenfalls viel über die Menschen, die Männer, von denen der Roman handelt.

Der dielmann-Verlag schreibt:
Michael Wäser hat sich auf eine verstörende Zeitreise in die bundesrepublikanische Provinz der Siebziger Jahre begeben und die dunkle Grundierung unter der vermeintlichen disco-Ungezwungenheit freigelegt: Gewalt, Alkoholsucht und Missbrauch als Rückzugsgefecht des ländlichen Patriarchats.
In einem kleinen saarländischen Dorf während der Fußball-WM 1974 setzt der Ex-Bergmann Müller mit seinem Sohn Gerald und einem unerwarteten Helfer einen grausamen Plan in die Tat um. Denn was zunächst im frisch eingerichteten Party-Keller mit nagelneuem Farbfernseher der WM-Geselligkeit dienen soll, wird mehrere junge Frauen das Leben kosten.


Hören Sie hier das erste Kapitel:


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