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Wehe, du bewunderst mich!

Das Lustige ist, dass ich einen anderen Betrag für diesen Blog bereits begonnen hatte, in dem es, unter anderem, ebenfalls um Verleugnung geht. Womit die Katze ja schon größtenteils aus dem Sack wäre und ich versichern kann, dass der Rest nicht mehr lustig ist.

Alice-Salomon-Hochschule Hellersdorf
Foto: Michael Wäser

Der ASTA der Berliner Alice-Salomon-Hochschule hat gefordert, das Gedicht „avenidas“ von Eugen Gomringer von der Hochschulfassade entfernen zu lassen und die Forderung wie folgt begründet:


Link zu: Offener Brief: Stellungnahme zum Gedicht Eugen Gomringers


Objektivierung, Beziehung, Verleugnung

Da es nicht um ästhetische Kriterien geht, muss man auch nicht ästhetisch argumentieren. Es geht um gesellschaftliche Kriterien. Und um psychologische. Man sollte nun meinen, Studierende einer Hochschule für „soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung“ sollten sich mit beidem einigermaßen auskennen, doch sie schreiben, sie wollten nicht an ständige „Objektivierung“ durch Männer erinnert werden (Der ASTA scheint ausschließlich aus Frauen zu bestehen). Was soll man dazu sagen? Weiterlesen

Mulholland Drive – Rätsel sind aus.

Dieser Film ließ im Jahr 2001 Lynch-Fans wieder jubeln über das neue unergründliche Rätsel, das ihnen der Meister geschenkt hat. Vor dem Hintergrund warne ich vor dieser möglicherweise enttäuschend nüchternen Betrachtung von „Mulholland Drive“.

DSCF1310.jpgDavid Lynchs Filme gelten oft, und vermutlich zurecht, als enigmatisch, mysteriös und abgründig. Seine Fans schätzen genau das und ergehen sich in Diskussionen um die möglichen Interpretationen. Auch das gehört zum „Kult“ um Lynchs Filme. Immer ist da etwas, das man nicht so einfach verstehen, in Schubladen stecken kann, lauter Rätselhaftes, Geheimnisvolles, Verschlüsseltes, was jeden, der sich damit „kultisch“ beschäftigt, in einen Kreis von Eingeweihten einschließt. Ähnlich sieht es bei M. Night Shyamalans Filmen aus, die von den Fans wegen ihrer Rätselhaftigkeit und Spiritualität geschätzt wurden – bis er „Die Legende von Aang“ drehte. Weshalb ich auf Shyamalan zu sprechen komme: Weil seine Fans (und auch seine Kritiker bzw. Rezensenten) Mysterien und Spiritualität selbst noch dort gesehen haben, wo gar keine (mehr) waren. So brach „The Village“ vollkommen mit einer ansonsten durchgehenden Linie in den Filmen von Shyamalan, ohne dass es überhaupt bemerkt wurde. Die Zuschauer sahen, was sie immer sahen/sehen wollten. Doch wo der Filmemacher in allen seinen vorherigen Filmen über die filmisch-erzählerischen Rätsel und Techniken hinaus sich stets mit spirituellen Themen befasst hatte – dem Geisterdasein in „The Sixth Sense“, dem Beweis einer göttlichen Kraft in „Signs“, dem Mythologischen in der realen Welt in „Das Mädchen aus dem Wasser“ direkt nach „The Village“, entlarvte er in „The Village“ jegliches Geheimnis, jeglichen Glauben an Übernatürliches als puren, kalkulierten Hokuspokus, erfunden und angewandt, um die Bewohner des Dorfes daran zu hindern, die Realität zu erkennen und die Grenzen zur Außenwelt und jene ihres Denkens und Wahrnehmens zu durchbrechen. Wie gesagt – trotzdem gilt der Film als ein weiterer in der Reihe seiner „übernatürlichen“ Filme. Doch keine Spur davon im Film selbst.  Weiterlesen

Französische Zeichensetzung

Macrons Händedruck-Duell mit Trump und sein Interview dazu sorgen für Aufsehen. Ein kommunikativer Geniestreich mit Risikofaktor.

Jetzt regt sich der „Spiegel“ über den französischen Präsidenten Macron auf, als der seinen viel diskutierten Händedruck bei Trump erklärt. Macron habe selbstzufrieden geklungen. Dabei hat Macron bei Trump etwas sehr einfaches und zugleich sehr intelligentes getan, darüber hinaus etwas sehr angemessenes. Er hat sogar mehrere Dinge auf einmal getan, als er Trump bei seinem ersten Zusammentreffen in der Botschaft in Brüssel vor der Presse demonstrativ entschlossen die Hand schüttelte. Und er hat über seine Beweggründe und Ziele dabei in einem Interview sehr klar und bewusst Auskunft gegeben. (Hier auch die wichtigsten Passagen in Deutsch.) Was er getan hat: Weiterlesen

Gold, Trump und das Nichts

Donald Trump ist maßlos, überheblich, egomanisch, dumm, prunksüchtig und skrupellos – der perfekte absolutistische König. Und genau das wäre er auch gern.

Donald Trumps Vater war ein sehr, sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Und ein mieses Schwein von einem Vater. Er war unnahbar, verzieh seinen Kindern nicht den kleinsten „Fehler“ und sowieso war das einzige, das er als Qualität anerkannte, Erfolg. So wie seiner. Nur diesen. Ohne Erfolg: wertlos. Von den tausenden möglichen Eigenschaften und Potenzialen, Interessen und Vorstellungen seiner Kinder/Söhne zählte für ihn nur diese eine, einzige. Er litt demnach unter einer schlimmen und für seine Familie verheerenden Persönlichkeitsstörung. Diese Art Probleme – die von den wenigsten damals als solche angesehen wurden – haben die Eigenschaft, sich weiterzuvererben, nicht genetisch, sondern über die Bedingungen, an die sich die Kinder anpassen müssen, wenn sie von den Eltern anerkannt werden wollen (und welches Kind will das nicht). Das hieß: ALLES in sich begraben, verraten, verdrängen, abwehren, was nicht diesen einen Anspruch erfüllte. Was für eine Perspektive! Trumps älterer Bruder ist ausgestiegen aus diesem üblen Spiel und schlug die Übernahme des väterlichen Geschäfts aus. Donald sprang ein, nachdem in einer Erziehungsanstalt das letzte bisschen eigene Persönlichkeit aus ihm herausgedrillt worden war. Denn er galt vorher als rebellisch, als ungehorsam, was natürlich inakzeptabel war in den Augen eines Vaters wie seinem. Er hatte sich also noch eine Zeitlang gewehrt, da war noch ein Ich gewesen, das natürlich (das ist es nie) nicht so war, wie seine Eltern sich das vorstellten. Nach der „Eliteschule“ jedenfalls war es nicht mehr da. Nur noch kümmerliche Reste des eigenen Charakters, jene, die zur Erfüllung des Auftrages seines Vaters von Nutzen waren. Jene, die man heute von ihm kennt. Weiterlesen

SCHRITTE – Neue Literatur in die Cafès!

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So wird sie aussehen, so wird sie (wieder) heißen

Sie können dabei sein, wenn ein einst phänomenal weit verbreitetes Literatur-Zeitschriftsprojekt wieder aufersteht: Der Frankfurter Axel Dielmann Verlag hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um die „Schritte“ wieder erscheinen zu lassen, eine Literaturzeitschrift im Zeitungsdesign für Cafés im ganzen Bundesgebiet. Mit kleinen oder größeren Beträgen können Sie das Projekt noch bis zum 15. Februar unterstützen und dabei sogar hochinteressante Belohnungen bekommen – Schritte-Ausgaben von früher, Bücher, Abos und vieles mehr. Crowdfunding heißt: jeder kleinste Betrag (ab 5 Euro) ist willkommen, es darf aber auch mehr sein, denn so ein Projekt ist nicht mit links zu stemmen, und die künftigen AutorInnen haben auch was davon!

Folgen Sie folgendem link und folgen dann ganz ihren Interessen:

Trump: Invasion of the Body Snatchers

Immer wieder wundern wir uns über die Abstrusitäten, mit denen Trump und seine „Bewegung“ die Welt konfrontieren, übersehen dabei jedoch, was es damit wirklich auf sich hat. Bis wir genauso sind wie sie.

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Tea Party & co

Die sogenannte „Tea-Party“ ist nicht einfach eine politische Strömung der republikanischen Partei, sie ist eine Sekte. Sie bereitete den traditionellen, „vernünftigen“ Republikanern von Anfang an Bauchschmerzen, weil sie nicht nur extreme, sondern irrationale, unsinnige Forderungen und Positionen vertrat. Doch wurde sie „unerklärlicherweise“ immer stärker, und nun hat sie zusammen mit alt right, der nationalistisch-extremistischen Rechten, fürs erste sogar die Macht übernommen. Ein Anführer von außen hat die Tea Party, alt right, fundamentalistische Strömungen und faktisch auch gleich die ganze, alte republikanische Partei an sich gerissen, sich an ihre Spitze gestellt, und nun hat die Sekte einen Sektenführer. Weiterlesen