Überleben. Buchstäblich.

Einige krasse Gedanken, die ich mir bis vor einem Jahr nie hätte vorstellen können, tatsächlich zu denken

Als die Pandemie in Deutschland die ersten allgemeinen Konsequenzen hatte, staunte ich über Anblicke, Erlebnisse und Maßnahmen, die ich noch nie selbst gesehen und erlebt hatte, wahrscheinlich wie die meisten Menschen hier. Es war nicht einfach, ging nicht automatisch, die Dimension zu erkennen, oder überhaupt damit zu beginnen, die Dimension zu erkennen, dessen, was sich da gerade auszubreiten begann. Und die unsichere Frage im Kopf: Ist das alles nicht etwas übertrieben? Damit meine ich nicht (nur) die Infektionslage, sondern alle Konsequenzen, die sich aus ihr ergaben, ob zwangsläufig oder durch Entscheidungen und Handlungen herbeigeführt. Beides entwickelt sich ja seither stetig weiter, täglich verändert sich die Lage, die Stimmung, das Befinden, der Ausblick.

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Mittelalter! Im Ernst?

Pandemie. Nicht mehr auszuhalten! Schon lange! Und dieselben Fehler werden immer wieder gemacht! Dabei gibt es Lösungen! Sagen wir, die es nicht mehr aushalten, dass sie tatsächlich immer noch nicht vorbei ist.

Während ich dies schreibe, läuft in einem separierten, immer sichtbaren extra Fensterchen meines Browsers (smart, Firefox!) die Startvorbereitung der Falcon 9 und der vier Astronaut*innen auf der spaceX-Rampe im live-stream. SpaceX, eines dieser disruptiven Technologieunternehmen, die uns immer wieder zeigen, dass unmöglich (oder gar nicht) geglaubte Dinge möglich sind, wenn man sie nur auf smarte Art angeht. Wenn irgendwas sich (wieder) in unser Bewusstsein im 21. Jahrhundert eingegraben hat, dann ist es dieses Verständnis von Fortschritt. Und als Gegenpol spätestens seit dem 11. September am Beginn desselben Jahrtausends das mittelalterliche Denken der Fundamentalisten.

Mittelalterlicher Alexanderplatz
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Das gespaltene Land

Sein Buch „Der Gefühlsstau“ machte Hans-Joachim Maaz bekannt. Erstmals nach der Wende beschrieb darin ein Psychologe aus der ehemaligen DDR die psychische Verfassung der Ostdeutschen im vereinten Deutschland und deren Ursachen im DDR-Leben. Nun schreibt er über die Gesamtdeutschen, die sich nicht einig werden, und wie er persönlich an ihnen verzweifelt.

Versteher

In den letzten Jahren sah sich Maaz immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, „rechts“ zu sein, ein „AfD-Versteher“. Darauf geht er gleich im Vorwort zu seinem neuen Buch ein und erzählt ganz persönlich, wie anders er sich doch selbst versteht und wie ihn das Klima, aus dem dieses neue „Lagerdenken“ kommt, verstört. Dass sich das gesellschaftliche Klima verändert hat, steht außer Frage, doch damit ist nicht alles gesagt: Hier setzt seine psychologische Analyse an.

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Trotzdem, oder: The Eddy

Eine Serie über einen Jazz-Club, ohne Filmmusik. Musik machen hier nur die Musiker*innen, die man sehen kann, und die Stadt, in der alles spielt: Paris. Und es ist nicht das Postkartenparis und auch keine romantische Musik, ganz und gar nicht. Was außergewöhnlich ist für eine amerikanische Produktion. Dieses Paris ist das extrem beengte, nervige, beunruhigend vitale, arme, raue, brutale Straßenparis und die Musik ist die der allgegenwärtigen Baustellen, überlaufenen Bahnhöfe, klapprigen Metros, der Seitenstraßen und Banlieues voller schreiender Motorroller, jaulender Polizeisirenen, unentrinnbarem Geplapper auf den Straßen und Plätzen, Fluglärm von oben und Bassdröhnen aus dem Souterrain. Ein kraftraubender Ort, einer, dem man gewachsen sein muss – aber wer ist das schon?

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CORONA: Das ist alles – nur nicht das, was es ist.

Warum die Rechte mit der Pandemie nicht klarkommt.

Berlin, Charité, März 2020

Was man nicht alles zugespült bekommt, zusammen mit den unvermeidlichen Nachrichten über die Corona-Pandemie: „Alles eine gigantische Verschwörung“, „Die wahren Ursachen werden wir nie erfahren“, „verdeckter Staatsstreich“ oder gar „Die Epidemie gibt es gar nicht“. Das sind nur einige wenige der kursierenden Meinungen, Videos, Interviews usw. Abenteuerliche Erfindungen, altbekannte Halbwahrheiten, Verdrehungen, Umdeutungen, wie man sie im Prinzip kennt, nur befinden sich viele noch offensichtlicher abseits der greifbaren Realität und der schlichten Einsicht ins Tatsächliche als sonst. Der Übergang zur normalen Diskussion von Meinungen und Sichtweisen in pluralen Gesellschaften ist dabei fließend. Die meisten von ihnen kommen aus und schlagen Wellen besonders im politisch rechten Spektrum. Warum?

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Was uns kenianische Paviane über Jahrtausende der Gewalt zwischen Menschen sagen können

Wie viel Pavian steckt im Menschen? Man muss in der Hierarchie der biologischen Systematik ziemlich weit nach unten scrollen, um auf die Stelle zu stoßen, ab der unsere Gemeinsamkeiten enden: die Teilordnung „Altweltaffe“. Paviane und Menschen sind beides Altweltaffen. Weiter unten in der Systematik kommen nur noch zwei Obergruppen, „Familie“ und „Gattung“, die bei Pavianen anders lauten als bei uns. Doch die vorangestellten gemeinsamen Zugehörigkeiten und die daraus ersehbare Jahrmilliarden dauernde gemeinsame – nein, identische – Evolutionsgeschichte lassen schon erahnen, dass uns mehr verbindet, als dass wir an verschiedenen Ecken derselben Straße wohnen.

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Ray Donovan – das Innere nach außen

Wieder eine US-Serie, die einen um den Schlaf bringt – diesmal aber nicht nur, weil sie spannend ist.

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Ray Donovan (Liev Schreiber) ist kein Mann, der gern redet. Jedenfalls nicht mit Worten. Nicht, dass er gar nicht redet, aber wenn, dann ungern und kurz angebunden, nur weil die Situation es verlangt. In den „besseren Kreisen“ von L. A. wird ohnehin viel zu viel Bullshit gequatscht, da kann man schon verstehen, wenn einer da nicht mitmachen will. Aber Verachtung für die Egomanen, die Gierigen, Halt- und Rücksichtslosen ist nur ein Grund für Ray, sparsam mit Worten umzugehen. Schließlich lebt er von ihren Eskapaden, ihren Fehltritten und auch ihren Verbrechen. Er ist ein „Fixer“. Er bringt Sachen wieder in Ordnung. Und er ist sehr gut. Er ist cool. Frauen werfen sich ihm an den Hals, und nur selten weist er sie zurück. Er verdient viel, sehr viel Geld. Weiterlesen

Trump: Invasion of the Body Snatchers

Immer wieder wundern wir uns über die Abstrusitäten, mit denen Trump und seine „Bewegung“ die Welt konfrontieren, übersehen dabei jedoch, was es damit wirklich auf sich hat. Bis wir genauso sind wie sie.

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Tea Party & co

Die sogenannte „Tea-Party“ ist nicht einfach eine politische Strömung der republikanischen Partei, sie ist eine Sekte. Sie bereitete den traditionellen, „vernünftigen“ Republikanern von Anfang an Bauchschmerzen, weil sie nicht nur extreme, sondern irrationale, unsinnige Forderungen und Positionen vertrat. Doch wurde sie „unerklärlicherweise“ immer stärker, und nun hat sie zusammen mit alt right, der nationalistisch-extremistischen Rechten, fürs erste sogar die Macht übernommen. Ein Anführer von außen hat die Tea Party, alt right, fundamentalistische Strömungen und faktisch auch gleich die ganze, alte republikanische Partei an sich gerissen, sich an ihre Spitze gestellt, und nun hat die Sekte einen Sektenführer. Weiterlesen