Frauke Petrys Appetit

AFD-Vorsitzende Frauke Petry möchte den Begriff „völkisch“ gerne benutzen können, ohne dafür als Rassistin und Nazi tituliert zu werden. Sie möchte gerne, dass der Begriff rehabilitiert wird, dass er von negativen Besetzungen entlastet wird. Weil er zum Begriff „Volk“ eben dazugehöre.

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Das kann sie sich natürlich wünschen, sich und allen, die diesen Wunsch mit ihr teilen. Bei manchen Wünschen fragt man sich allerdings: warum bloß? Könnte doch gerade dieser Wunsch zum Beispiel auch so formuliert werden: „Ich würde gerne Scheiße essen können, ohne dass jemand sagt: Du hast da gerade Scheiße gegessen.Weiterlesen

Stefan Großer Mann — So noch nie

“Dies ist meine letzte Moderation der Lesebühne im Zimmer 16” – damit eröffnete Stefan den Abend Nr. 101 und hätte mich damit vom Stuhl gehauen, wenn er mir die traurige Nachricht nicht bereits kurz vorher mitgeteilt hätte. Stefan ist Mitbegründer der Lesebühne SoNochNie, hat beinahe alle Ausgaben als Moderator geleitet und behütet und war den […]

über Stefan Großer Mann — So noch nie

Menschenfreundlichkeit aus der Rechnerfarm

Ratatouille, WALL.E, Toy Story, Findet Nemo, Monster AG, Merida und Oben sind eine humanistische Bibliothek für kleine und große Menschen.

Nein, ich habe nicht alle Pixar-Filme gesehen, aber bis auf die letzten drei, vier fast alle. Was je nach Standpunkt auffällig oder verdächtig ist, denn schon als der erste Pixar-Kinofilm erschien (Toy Story, 1995), war ich lange kein Kind mehr. Mein eigenes Kind erschien zwar im selben Jahr, doch bis ich mit ihm zusammen ins Kino ging, dauerte es noch mindestens bis zu Toy Story 2 (1999) oder Die Monster AG (2001). Und wenige Pixar-Filme später war die Zeit der gemeinsamen Besuche im Kinderkino auch schon wieder vorbei. Cars war wohl der letzte Pixar-Film, den wir zusammen ansahen. Ich habe mir die Filme also meistens ohne kindliche Begleitung (oder Rechtfertigung) angesehen, teils im Kino, teils auf DVD oder im Fernsehen.

Für viele sind die Animationsfilme aus dem Pixar-Studio Kinderfilme, für die meisten eher Familienfilme. Für mich sind sie – nicht alle, aber fast alle – große, humanistische Kunst. Und bewundernswertes, erfinderisches Erzählerhandwerk. Weiterlesen

Unsagbares muss man eben schreiben

Eine autobiografische Geschichte.
Beitrag für die „REINGELESEN“-BLOGPARADE

DSCF7528-001Zwei Jungs auf dem Land, Freunde, beste Freunde, vielleicht sieben, acht, neun Jahre alt. Wir verbrachten viel Zeit damit, über die Wiesen, Felder und Viehweiden zu streunen, weit und breit kein Anderer, kein Erwachsener, keine Aufsicht. Nur die Freiheit, zu tun, wonach uns gerade der Sinn stand. Was erlaubt war und was nicht, meist blieb es Vermutung.

In einem Sommer stand uns der Sinn danach, Milchkühe durch ihre Koppel zu treiben. Das hatte irgendjemand schon mal gemacht, wir hatten davon gehört. Diese riesigen Geschöpfe ließen sich von uns kleinen Kerlen wegtreiben? Die Kuhweide lag direkt vor uns. Niemand sonst zu sehen außer Kühen. Wir vermuteten stark: Das war wohl nicht erlaubt, Kühe treiben.

Die Tiere ließen sich tatsächlich von uns über die Weide scheuchen. Hin und her trieben wir sie, wir mussten gar nicht viel tun, und unsere anfängliche Angst vor den Kolossen wich einem köstlichen Gefühl von Stärke – und Unachtsamkeit. Weiterlesen

Hiromi. Eine Hymne auf das Ungestüm

Während eines Interviews für den Hersteller ihres wichtigsten Werkzeugs macht Hiromi Uehara, als sie über klassische Musik spricht, mit beiden Armen eine weit ausladende Geste. Die klassischen Komponisten seien es, welche das Klavier in seinen ganzen Möglichkeiten ausschöpften. Diese Geste ist es, die nun ihre eigene Musik auszeichnet – sie will alles, will sich von nichts einschränken lassen, nicht von geschmacklichen, traditionellen, technischen und schon gar nicht spieltechnischen Grenzen. Sie will das ganze Sprektrum des musikalischen Ausdrucks ausschöpfen in aller Breite und seiner ganzen Tiefe, es sogar noch ausweiten ins Unbekannte. Und zwar in beinahe jedem ihrer Stücke, immer, alles. Weiterlesen

Schreiben gegen Rechts – die Blogparade FÜR Toleranz + Vielfalt

Anna Schmdts „Blogparade“ zum Thema „Schreiben gegen rechts“ ist abgeschlossen, ich habe mich auch mit einem Beitrag daran beteiligt. 81 Blogbeiträge hat sie in einem ebook und einem PDF zusammengefasst, das dort frei zum Download steht, ich verlinke es auch noch einmal separat hier auf der Seite. Danke, Anna, für deine Initiative und die umfangreiche, interessante Sammlung!
Michael Wäser

Bunt und farbenfroh ...

annaschmidt-berlin.com_schreiben-gegen-rechts-2

Die Zusammenfassung

Angefangen hat alles aus Ärger und Angst. Ärger über Nachrichten aus der aktuellen Tagespolitik, über Intoleranz, über politische Strömungen, die dem Gedanken unseres Grundgesetzes zuwider laufen und über das historische Vergessen in unserer Geschichte. Angst vor Entwicklungen, die wir nicht mehr aufhalten können, wenn wir nicht rechtzeitig einschreiten. Angst vor offensichtlich immer stärker werdenden rechten Tendenzen in unserem Land. Angst vor Extremismus völlig gleich aus welcher Richtung. Es waren andere Nachrichten, die ich lesen und andere Stimmen, die ich hören wollte. Besonders aber wollte ich nicht, dass wieder einmal zu viele still sind und so unabsichtlich Tendenzen fördern, die niemandem in diesem Land gut tun können. Ich wollte etwas tun und nicht still sein – so entstand die Idee der „Blogparade gegen Rechts“. Ende Februar schrieb ich meinen Aufruf, veröffentlichte ihn in meinem Blog und bangte anfänglich, ob das wohl etwas werden würde. Es wurde … wurde so…

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